Erzieherin, Teilnehmerin Team-Fortbildung 2024, Landkreis Passau:
Schon nach zwei Sätzen von Frau Windpassinger habe ich gemerkt: das wird ein toller Tag!

Artikel in Passauer Neue Presse vom 25. März 2022


Teilnehmerstimmen


Josef Höcker

Rektor, Grund- und Mittelschule Fürstenzell

Liebe Frau Dr. Windpassinger,
ich sage DANKE für Ihre kompetenten Vorträge und Ihre sympathische und empathische Art.

Die Lehrkräfte erhielten wichtige Inputs für Ihre erzieherische Arbeit. Und die Eltern bekamen beim Infoabend wirklich praktikable Tipps zum Umgang mit Medien in den Familien.

Ich kann das Programm "Echt dabei" anderen (Grund-)Schulen nur wärmstens weiterempfehlen!

Franziska Hillinger

Einrichtungsleitung, Franziskus Kindergarten Vilsbiburg - Teilnahme am Programm "Echt Dabei" 2023

Lieben Dank für die fachlich fundierte Fortbildung zum Thema "Kinder stark machen zum Schutz vor Medienrisiken". Sehr gute Inhalte, toller Austausch, schöne Atmosphäre und super informativ.

Gesine S.

Grundschul-Leitung

Fortbildung top! Elternabend top! Theaterstück für unsere Kinder: genial!

Apple, Microsoft und Co. - Frühe Kundenbindung und der Absatz ihrer teuren Geräte und Softwares liegt ihnen mehr am Herzen als eine durchdachte, an die kindliche Entwicklung angepasste Medienpädagogik.

Dr. Gwen Windpassinger

Sie sind gut getarnt und sie sind sooo sexy - unsere Mediencowboys!
Sie sind gut getarnt und sie sind sooo sexy - unsere Mediencowboys!

Freunde die Lehramt studieren, haben mich gefragt: was meinst du denn mit unabhängigem Medienkompetenz-Training?! Ist Medienkompetenz-Training nicht immer unbabhängig?

Sorry, hab ich gesagt, bin erst mal rausgegangen und hab ordentlich gelacht.

Denn leider stecken hinter vielen der großen Medienkompetenz-Trainings da draußen, vor allem wenn's um Kindergärten und Schulen geht, einfach nur große Konzerne die ihre Produkte absetzen wollen. Ich nenne sie liebevoll die "Medien-Cowboys". Leute, ich nenne jetzt keine Namen, aber die eine Firma hat einen angebissenen Apfel als Symbol, und die andere heißt irgendwas mit Micro und Soft. Es gibt natürlich noch andere, kleinere Cowboys.

Also, unsere lieben Medien-Cowboys.

Sie haben weder von Kindern noch von Pädagogik eine Ahnung. Die ProfessorInnen, die ihre Produkte in den höchsten Tönen loben, verdienen oftmals selbst daran mit. PolitkerInnen lassen sich gerne mit ihnen ablichten wenn's nen Fototermin gibt. Und - man muss es ehrlichkeitshalber sagen: ihre "Medienkompetenz"-Fortbildungen machen echt Spaß. Sie entführen uns in schicke Hotels. Man kriegt ein bisschen Honig um den Bart geschmiert. Es gibt leckeres Essen und ein paar Goodies. Und ganz nebenbei darf man dann noch das "tolle neue Lernspiel," die lieben Programmierbienchen, die Träller-Box und was sie sich sonst noch alles ausgedacht haben, ausprobieren.


Foto: Alexander Dummer on Unsplash
Foto: Alexander Dummer on Unsplash

Als ReferentInnen getarnte Marketing-Leute loben das Blaue vom Himmel herunter, so toll sind diese Geräte und Spiele für die ganz Kleinen. Lasset uns die Medienkompetenz unserer Kinder so früh wie möglich fördern, predigen sie. Und fügen im Geiste hinzu: auf dass sie mögen eingehen in die ewigen Jagdgründe der Medien-Cowboys. Frühe Kundenbindung, Baby! Fangen wir doch schon so früh wie's irgendwie geht mit dem Melken an! Ji-hah!

Und das Allergeilste: die TeilnehmerInnen der Fortbildung bekommen ganz viele solcher teuren Geräte für ihren Kindergarten oder ihre Schule geschenkt! Da kann ich ja nix falsch machen. Aber man bedenke: wozu ist der Probierstand auf dem Wochenmarkt da? Nein, da geht es nicht darum, so viel wie möglich zu verschenken, sondern man fixt die Leute mit Häppchen an, in der Hoffnung dass sie später den Gelbeutel aufmachen.

So enttarnen Sie die Medien-Cowboys:


Erstens: Altersempfehlungen der BZgA (Bundeszentrale für gesundheitl. Aufklärung) werden von den Medienkompetenz-Cowboys souverän ignoriert. Will heißen: unsere gute alte BZgA empfiehlt, Kinder in dieser Altersgruppe komplett von digitalen Medien fernzuhalten. Das heißt: null komma null Medienzeit, egal ob das daheim in der Familie ist oder im Kindergarten! Diese Empfehlung ist den Medien-Cowboys - ihr erratet es: komplett Wurscht.

Medienkompetenz-Training durch Apple & Co. ist wie Aufklärungsunterricht vom Papst

Momentan wird der Markt mit Lernspielen geflutet, die speziell für Kinder im Alter von 0-3 Jahren entworfen wurden. Die Jungs mit dem angebissenen Apfel sagen: "scheißegal, was die BZgA empfiehlt - Jungs, det is ne Marktlücke!"

"Unabhängige Expertin" verdient selbst an der Lern-App mit?

Zweites Warnsignal: dass diese digitalen Medien für Kindergartenkinder sinnvoll sind wird durch "Studien" belegt, die von Marketing-Agenturen erstellt werden. Klickt doch mal bei Gelegenheit auf "Impressum", wenn ihr im Internet nach Empfehlungen für Mal-Apps für Kleinkinder gesucht habt, oder schaut genau hin, wer diese Empfehlungs-Artikel schreibt. Ist das vielleicht eine Professorin, die selbst an der Learning-App mitverdient? Oder wird die gesamte Webseite gar von einer Marketing-Agentur betrieben, obwohl sie so schön "neutral" daherkommt und einfach nur nette Empfehlungen zu geben scheint?

Auf den meisten Produktvergleichsseiten von Lernspielen wird mit keinem Sterbenswörtchen erwähnt, dass Kinder in dem Alter noch null komma null Zeit vorm Bildschirm verbringen sollten. Also, Leute: Medienkompetenz-Training und Tipps von Apple, Microsoft und Co.? Prima!!! Dann lassen wir doch auch gleich den Aufklärungsunterricht vom Papst machen, und schaun was dabei raus kommt!

Also: schaut's genau hin! Ist es koscher, oder ist es nicht koscher? Ist es unabhängige Medienpädagogik, oder ist es Produktvermarktung?

Autorin: Gwen Marx, 10.02.2022

I-Pad- oder Samsung-Klassen verbieten sich. Microsoft darf kein Synonym für Betriebssystem und Schulcloud werden. Das hat monopolistische Tendenzen, gegen die die Politik an anderer Stelle hart vorgeht.

Klaus Müller, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbandes

Gwen Windpassinger erklärt: was macht eine Medienpädagogin?
Gwen Windpassinger erklärt: was macht eine Medienpädagogin?

Lexikon der digitalen Bildung:

M wie Medienpädagogin, Medienpädagoge

Frau Windpassinger, was macht eigentlich eine Medienpädagogin?

Mein Beruf ist ganz schön vielseitig. Als Medienpädagogin komme ich mit Menschen jeden Alters zusammen. Für sie bin ich eine Art Lotsin die auf dem weiten Meer der digitalen Medien Chancen - aber auch Gefahren - aufzeigt. Ich helfe, die Chancen gezielt anzusteuern, und die Gefahren zu umschiffen, wenn man so will.

Brandheiße Themen wie Cybermobbing, Computerspielsucht und Analog-Digidaktik. Das ist nur eine kleine Auswahl der Themen, zu denen meine KollegInnen und ich mit SchülerInnen Projektarbeit machen.

Damit die Arbeit mit den Kindern auch wirklich fruchtet, sind die Eltern gefragt! Denn sie sind verantwortlich - voll verantwortlich - für die Mediennutzung ihrer Kinder. Daher gebe ich Elternabende, zum Beispiel den Dauerbrenner: "Handy, Switch & Co. - Chancen nutzen, Risiken vermeiden."

Eltern sind natürlich Vorbilder für ihre Kinder, was den Umgang mit Medien angeht. Kinder spüren ganz früh, welch große Bedeutung digitale Medien im Leben ihrer Eltern haben und wollen sie nachahmen. Daher ist es für Eltern besonders wichtig, über ihre eigene Mediennutzung nachzudenken.

Für Erwachsene - egal ob sie selbst Kinder haben oder nicht - biete ich Vorträge zu Themen wie Digitales Wohlbefinden und Fake News an. Denn nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene finden es nicht immer leicht, sich in Zeiten ständiger Erreichbarkeit und Informationsflut zurechtzufinden!

Fortbildungen für PädagogInnen

In Kindergärten, Grundschulen und weiterführenden Schulen gebe ich als Medienpädagogin Fachkräfte-Fortbildungen. Hier helfe ich den PädagogInnen, Entscheidungen zu treffen, die für eine nachhaltige Medienerziehung ihrer Schützlinge sinnvoll sind.
Ich erzähle viel -  zum Beispiel darüber, wie Medien auf Kinder wirken. Ich beantworte Fragen, zum Beispiel: was ist Computerspielsucht? Wie viel Medienzeit wird für welches Alter empfohlen? Wir machen Übungen, diskutieren.

Und am Ende, wenn ich meine Arbeit gut gemacht habe,  finden sich KinderpflegerInnen, ErzieherInnen, LehrerInnen und SozialpädagogInnen ein bisserl besser zurecht auf dem großen weiten Meer der Medienerziehung.

Und im Idealfall trifft jede und jeder ihre oder seine ganz eigene, selbstbewusste Entscheidung darüber, welche Form der Medienerziehung ihr oder ihm in der Arbeit "am Kind" sinnvoll erscheint.